• Mein Kind hat Angst

    In Zeiten wie diesen ist es kein Wunder, wenn gewisse Ängste bei Kindern entstehen. So unsicher und ambivalent haben wir diese noch kaum erlebt. Das spüren natürlich auch unser Kinder. Sie spüren sowieso wie es uns Erwachsene geht, haben so zu sagen unbewußte Antennen, die ihnen vermitteln, ob die Mama oder der Papa jetzt gerade gut gelaunt oder zB ängstlich sind. Wir sind für sie das Barometer, ob sie dieser Welt vertrauen können und wie sie mit Problemen umgehen können. Dafür bauchen sie uns Erwachsene, da sie meist noch keine oder sehr wenige Strategien zur Angstbewältigung entwickelt haben. Dazu ist es erstmal wichtig, dass ich selbst, als Vorbild gut mit meiner Angst umgehen kann bzw. mir einen Weg suche, wie ich damit umgehen lerne.

    Dies schauen sich die Kinder von uns ab.

    Der zweite Punkt ist, die Kinder in ihren Emotion ernst zu nehmen. Nichts ist schlimmer, als die Angst den Kindern auszureden oder zu leugnen. Ja, du hast Angst und das ist ok. Ich habe auch manchmal Angst. Und dann kommt der Schlüsselsatz: „Was kann/ können ich oder du oder wir tun, damit die Angst für dich leichter wird?“ Das kann viel Zuwendung und Trost sein, dass kann eine kreative Tätigkeit sein wie Zb einen „Schutzstein“ bemalen und ihn als Schutz mitnehmen, das können Gespräche sein, wie wir uns vor diesem blöden Virus schützen können UND wir, als Eltern tun alles, um dich zu beschützten und auf dich aufzupassen. Ganz wichtig: Kinder wollen sich beschützt, geborgen und ernstgenommen fühlen! Fühlen sie sich mit ihrer Angst wahr- und ernst genommen, ist sie schon um einiges leichter zu tragen.

  • Ich entdecke die Welt

    Mein kleiner 1 ½ jähriger ist ein richtiger Entdecker. Kaum etwas ist vor ihm sicher. Alles wird genau beobachtet, untersucht, zerlegt und getestet. Am liebsten natürlich jene Sachen, die er nicht haben darf, weil sie gefährlich oder sehr wertvoll sind. Dieses Verhalten ist ganz typisch in diesem Alter. Es zeigt, dass die kindliche Neugierde angeboren ist. So entwickelt sich die Intelligenz und so funktioniert auch das kindliche Lernen!

    Nun darf mein Sohn natürlich nicht alles haben und erforschen, jedoch vieles. Im geschützten Rahmen, darf er die Welt entdecken.

    Wichtig ist in diesem Zusammenhang das Erzieherverhalten.

    Kritisiere und schränke ich dieses Verhalten zu sehr ein, kann das Kind nicht sein volles Lernpotenzial ausleben und dies ist sehr frustrierend für das Kind und kann sich negativ auf das weitere Lernverhalten auswirken.. Im geschützten Rahmen ist es für die Kinder ein irrsinniger Erfahrungsschatz, wenn sie ihrer Neugierde freien Lauf lassen können. Dazu zählt auch das ständige Weglaufen der Kleinen. Dies ist eigentlich ein Vertrauensbeweis. Ich weiß, wenn ich weglaufe und wieder komme, dann bist du noch da, oder du holst mich, wenn ich zu weit weg laufe. Ist doch eigentlich ganz schön, dieses Vertrauen. Also bitte: Schimpft das Kind nicht für etwas, was es noch nicht weiß bzw. für ein Verhallten, welches ganz natürlich ist. Schauen wir uns lieber von diesem Elan und dieser Neugierde etwas ab!

  • Starke Mädchen

    Meine Tochter spielt leidenschaftlich gerne Fußball. Sie spielt in einer Mannschaft, die hauptsächlich aus Mädchen besteht. Als sie ihr letztes Match hatte, erzählte sie mir zuerst verärgert: „Die Jungs der anderen Mannschaft haben uns ausgelacht und gesagt, dass sie gegen uns sowieso gewinnen, da sie ja stärker sind als wir Mädchen.“ Whums, das saß!

    Wir schreiben bald das Jahr 2021 und noch immer ist in den Köpfen mancher Jungs verankert, sie seien den Mädchen überlegen. Körperlich mag dies in manchen Fällen stimmen, jedoch in vielen, vielen, anderen Bereichen nicht. Fussball betreffend, ist vielleicht so manch ein Mädchen zierlicher gebaut, jedoch in Punkto Schnelligkeit und Technik überlegen.

    Es stimmt mich sehr nachdenklich,

    wie es sein kann, dass heutzutage noch solche Behauptungen Raum finden. Diese Jungs sagen ja auch nur das nach, was sie schon vorher, wo auch immer, gehört haben. Scheitern alle Gleichstellungsbemühungen schon im Vorhinein, da anscheinend noch vielen Jungs glaubhaft gemacht wird, dass sie stärker als Mädchen seien? Es ist die Aufgaben von uns Eltern, den Kindern Werte zu vermitteln! Und ich appelliere an alle Buben Mamas und Papas: Wenn eure Jung in Zukunft bei den Mädchen gut ankommen wollen, bitte erzählt ihnen, dass die Mädls genauso viel Potenzial haben wie Jungs! Solche Werte prägen sich ein!

    Das Fussballmatch hat die Mannschaft meiner Tochter übrigens gewonnen! Sie sagte zu mir zu Hause: „Jetzt haben wir es ihnen gezeigt, dass wir Mädchen doch was können! Mit dem Kopf nach unten sind die Jungs dann in die Garderobe verschwunden und wir haben uns gefreut!“