• Die Kraft der positiven Verstärkung

    Ich bin in sportlicher Hinsicht nicht die Mutigste. Als ich letzten Sommer das erste Mal einen Kletterpark besuchte, schlotterten mir schon in 2 Metern Höhe dermassen die Knie, dass ich aufgeben wollte. Auf einmal meldete sich eine Stimme unter mir: „ Du machst das Super. Geh weiter. Setzte deinen Fuss auf den nächsten Balken und halt dich fest. So schaffst du das. Bravo!“

    Ich war ganz hin und weg.

    Da steht jemand unten und glaubt an mich. Es war ein Betreuer des Kletterparks und ich merkte auf einmal welche Wirkung diese positiven Worte auf mich hatten. Ich befolgte seine Anweisungen, gewann so an Sicherheit und kletterte den gesamten Parkur fertig.

    Das macht positive Verstärkung mit uns. Auf einmal glaubt man an sich, Dinge, die uns zuerst überfordern, wirken auf einmal bewältigbar.

    Ich war begeistert. Das ist es, was auch unsere Kinder (und auch Erwachsene) brauchen. Der Glaube an sie, daran dass sie es schaffen und manchmal auch eine Struktur oder Idee, wie schwierige Situation bewältigt werden können!

    Also: Glaubt an eure Kinder, sprecht ihnen gut zu! Das brauchen besonders jene Kinder, die nicht zu den 1er Schülern gehören und nicht die Obersportskanonen sind. Verstärkt sie positiv und ihr werdet sehen, sie meistern die Situation auf ihre Weise. Traut es ihnen auch zu!

  • Meinem Kind ist immer soooo langweilig

    „Mir ist soooo fad!“– dieser Sat z aus dem Kindermund lässt viele Eltern verzweifeln. Müssen wir als Eltern unser Kind dauerbespaßen, nur damit ihm nicht langweilig ist? Dazu lautet meine Ant wort ganz klar: „Nein!“ Es ist sogar sehr wichtig, dass eurem Kind des öfteren langweilig ist! Dies ist jener Moment, in dem es wieder Zeit und Raum hat auf neue Ideen zu kommen. Zeit, sich wieder selber zu spüren. Was will dich denn eigentlich? Was macht mir Spaß? 

    Werden Kinder dauerberieselt,

    sei es durch uns Erwachsene oder durch die Medien, verlernen diese kreativ zu sein. Sie verlernen, sich mit sich selbst zu beschäf tigen. Und ganz schnell sind sie in dem Teufelskreis gefangen – je langweiliger ihnen ist, umso mehr wird dann zum Beispiel in den Fernseher geglotzt und die eigene Kreativität mindert sich. Hier ist Erziehungsverantwortung gefragt! 

    Wir Eltern haben dafür zu sorgen, dass gerade wenn den Kindern zeitlang ist, nicht die Medien noch mehr benutzt werden. So kommen sie nämlich aus dem Strudel gar nicht mehr heraus, und werden selber nur mehr selten produktiv. Jedes Mal, wenn meine Kinder zu mir kommen und sagen, dass ihnen fad ist, gratuliere ich ihnen, denn nach einer Zeit kommt bald eine gute Idee, die sie dann umsetzen können. Natürlich biete ich mich auch als Spielpartner an, jedoch nicht immer und ständig. 

  • Pubertät ist keine Krankheit

    Jaja, die liebe Pubertät unserer Kinder ist ein Schreckgespenst, welches wir am liebsten nicht herein lassen würden. Wie kann es sein, dass aus unserem lieben, süßen Wonneproppen ein so griesgrämiger, unmotivierter Teenager geworden ist?

    Was ist da schief gelaufen?

    Rein gar nichts! Bitte pathologisieren wir die natürliche Entwicklung unserer Kinder nicht! Es ist vollkommen normal, dass die Kinder ab einem gewissen Alter aufmüpfig werden. Sie stellen unser Weltbild in Frage, zeigen uns unsere Schwächen auf und testen aus. Dies darf sein, muss sogar sein, denn sonst würden wir unser geliebtes Kind ja nie ziehen lassen. Die Natur hat dies schon so eingerichtet, dass die Teens stachelig werden, so fällt uns das Loslassen etwas leichter.

    Die Erziehung der Kinder läuft ohnehin mit 12 Jahren aus und entwickelt sich immer mehr zur Beziehung. Wir Eltern können uns entscheiden wie wir diese Beziehung mit unsrem Kind leben wollen. Drohen und erpressen wir sie oder haben wir Vertrauen und können über unsere Ängste reden. Nützt die Zeit, die ihr noch gemeinsam mit eurem Teenie habt, pflegt eure Beziehung durch gemeinsame Aktivitäten oder Gespräche, die natürlich freiwillig sein sollten. Fragt eure Kinder nach ihren Interessen! Und das allerwichtigste: Fangt jeden Tag wieder neu an! Dh liebe Eltern, seid nicht nachtragend, dass Gehirn eures „Pubertiers“ ist im Umbau und hat sehr viel mit sich selber zu tun, also nehmt nicht alles persönlich und steht über vielem!

    Der Heilpädagoge Hennig Köhler sagte, ihm machen die aufmüpfigen Jugendlichen keine Sorgen, viel mehr, jene welche im „Flegelalter“ zu angepasst sind!“