• Stillen, das Beste für mein Kind?

    Ja, natürlich. Jede Mutter weiß, sobald sie ein Kind bekommt, dass sie stillen sollte. Die Muttermilch ist ein Wunder der Natur, mit allem angereichert, was das Baby so braucht. Dies wird uns in vielen themenbezogenen Zeitschriften, Geburtsvorbereitungskursen, ja sogar auf der Pre -Nahrungsverpackung veranschaulicht. 

    Nur was ist, wenn das Stillen meines Kinder partout nicht klappen will?

    Was ist, wenn ich es als Mutter nicht schaffe, aushalte bzw. mich extrem stresst? Gebe ich dann meinem Kind nicht das Beste? Bin ich dann eine Versagerin? Eine, die es einfach nicht auf die Reihe kriegt? 

    Natürlich nicht! Ich selber habe bei meinen 3 Kindern alles versucht, um sie zu stillen. Bei meiner ersten Tochter klappte es, bei meiner zweiten nicht und mein dritter bekam beides (Muttermilch und Pre -Nahrung). Und ich kann euch sagen, alle 3 sind glückliche und gesunde Kinder! Also, liebe frischgebackene Mamis: entspannt euch! Auch die „Flascherlkinder“ werden groß und bekommen das Beste, nämlich eure Liebe, eure Zuwendung, eure Zeit und eure Kuscheleinheiten. Dieser Körperkontakt, ja sogar Hautkontakt, ist das essentielle in den ersten Lebenswochen (eigentlich in der ganzen Kindheit), ohne diese Zuwendung können Kinder nicht leben und gut gedeihen. Ob es jetzt mit Muttermilch oder Pre-Nahrung aufwächst, ist meiner Meinung nach sekundär. Denn ich glaube, jede Mutter gibt auf ihre Weise ihr Bestes und soll sich nicht immer mit anderen vergleichen, die vielleicht auf dem ersten Blick alles „besser“ machen. Ein Tipp einer Freundin hat mir damals sehr geholfen, als ich das Stillen meine zweiten Tochter einfach nicht hinbekam: „Lieber ein entspanntes Flascherl, als ein gestresster Busen!“

  • Bewegungsmuffel

    „Kinder bewegt euch!“ Diesen Satz habe ich in meinen Anfangsjahren als Pädagogin so gut wie nie gesagt. Sie taten es von sich aus. Leider bemerkte ich mit der Zeit, dass dies heute anders ist. Einige Kinder müssen regelrecht motiviert werden, um sich längere Zeit zu bewegen. Warum ist dies so? Aus entwicklungspsychologischer Sicht weiß ich, dass alle gesunden Kinder mit einem natürlichen Bewegungsdrang auf die Welt kommen. Daher, sie lernen von sich aus Bewegungsfähigkeiten. Je älter sie werden, umso öfter fällt mir auf, dass dieser Drang weniger wird. Ich glaube, die Ursache hierfür hängt mit der Einwirkung mehrerer Faktoren zusammen. Zu viel Konsum von digitalen Medien, Erzieherverhalten der Eltern (jeder Meter wird z.B. mit dem Auto gefahren), übertriebenes Sicherheitsdenken (es kann ja so viel passieren), Einschränkung der Freispielzeit zu Hause (die freie Zeit ist durchstrukturiert, wie die eines Managers), usw. können das Bewegungsverhalten der Kinder hemmen. Da das kindliche Gehirn ja noch im Wachstum ist, „verlernt“ es durch solche Verhaltensmuster den Drang sich zu bewegen und dies finde ich fatal.

    Bewegung ist für so vieles wichtig:

    Körperwahrnehmung, Durchhaltevermögen, Lernen, Konzentration, Ausgeglichenheit, etc. Die Liste ließe sich noch lange fortsetzen. Neueste Studien der Hirnforscherin Manuela Macedonia belegen, wie eng der Zusammenhang von Bewegung und Lernen ist. Besonders Jugendliche, die leider sehr oft die Motivation am Sport verloren haben, brauchen Bewegung, um die hohe kognitive Leistung, die von ihnen in der Schule gefordert wird, gut meistern zu können. In diesem Sinne „Move your body“, denn auch uns Erwachsenen tut Bewegung gut!

  • Geschwisterstreit

    Ooooommmm, ein Buddha ziert den Boden, wenn das Thema Geschwisterstreit am Kursprogramm steht. Wieso? Weil beim Geschwisterstreit sehr viel Gelassenheit gefragt ist, denn diese Streitigkeiten können sehr mühselig und nervraubend sein. Die gute Nachricht ist, dass nicht wir für die Streitigkeiten unserer Kinder verantwortlich sind. Diese sind ganz natürlich und sogar wichtig. Bei geschwister-

    lichen Unstimmigkeiten lernen die Kinder mit Konflikten umzugehen. Wie setze ich mich durch? Wie und vor allem wann gebe ich nach?

    Wir Eltern sollten unseren Kindern

    aber eine Streitkultur näher bringen, die fair, sozial und lösungsorientiert ist. Dies können wir nur, wenn wir die Rolle des Mediators übernehmen und nicht die des Schiedsrichters. Wir müssen unseren Kindern genau zuhören, nachfragen und uns beide Meinungen einholen, idealerweise gemeinsam nach einer Lösung suchen. Gelingt dies nicht, kann diese vom Erwachsenen natürlich vorgegeben werden, jedoch sind die Kinder meist motivierter sich daran zu halten, wenn sie von ih- nen selbst kommt. Übernehme ich die Rolle des Schiedsrichters, wird sich immer ein Kind benachteiligt fühlen. Dies schürt den Streit und die Eifersucht meist noch mehr. Für ein gutes Familienklima ist es auch wichtig, welche Streitkultur die Erwachsnen haben. Schaffen sie es über ihre Konflikte offen zu sprechen oder wird geschwiegen, geschrien oder ignoriert. Unsere Kinder imitieren unsere Konflikt- strategien, dh.. wenn ich etwas an der Streitkultur meiner Kinder ändern möchte, dann muss ich in erster Linie an meiner eigenen arbeiten.