• Immer bestimmst du!

    Eine Teilnehmerin bei meinem Elterntraining erzählte, dass ihr Sohn sehr oft auf den Versuch ihm Grenzen zu setzen, mit dem Satz: „Immer bestimmst du!“ reagiert. „Toller Sohn!“, dachte ich mir. Er gibt der Mutter Feedback und versucht so sein Bedürfnis auszudrücken. Einen Wunsch nach mehr Selbstbestimmtheit. Es ist die Aufgabe von uns Eltern dieses Feedback der Kinder anzunehmen, zu reflektieren und zu reagieren. Nur so lernen die Kinder auch selber mit Feedback konstruktiv umzugehen. Wir sind bis zu einem gewissen Alter, Vorbilder der Kinder, sie schauen sich unsere Reaktion ab.  Wie kann ich nun auf dieses Feedback reagieren? Idealweise, in dem ich meinen Erziehungsstil reflektiere.

    Hat mein Kind Recht? Bestimme wirklich nur ich?

    Wieviel Freiheit und Mitsprache hat mein Kind? Es ist wichtig, dass die drei Faktoren Freiheit, Mitsprache und Grenzen in der Erziehung vorkommen. Jedes Elternteil hat seinen bevorzugten Faktor, und genau deshalb ist es wichtig hin und wieder sich Gedanken zu machen, wie die Mischung dieser drei Faktoren aussieht. Uns muss bewusst sein, dass ein Faktor allein zu wenig ist. Des Weiteren lohnt es sich zu wissen, wenn die Kinder auch einmal selbstbestimmen und mitsprechen dürfen, das Grenzen setzen umso besser funktioniert. Fühlt sich das Kind verstanden und ernst genommen, nimmt es auch uns ernst. Beziehungspflege könnte es auch genannt werden. Je besser sich das Kind verstanden fühlt, umso mehr ist es bereit auch auf meine elterlichen Vorgaben und Wünsche einzugehen.

  • Wen liebst du mehr?

    Vielleicht habt ihr diese Frage von euren Kindern schon einmal gestellt bekommen, wen ihr mehr liebt? „Mich oder die Schwester?“ Als Eltern ist man schnell in der Zwickmühle.  Es werden ja beide Kinder geliebt. Jedoch fällt es oft schwer dies so auszudrücken, dass auch beide Kinder verstehen, das dem auch wirklich so ist. In der kommunikativen Sichtweise lohnt es sich hervor zu heben, was ihr ganz besonders an eurem Kind liebt. Z.B „Ich mag an dir besonders deine Kuscheligkeit!“ oder „Du machst oft viele Späße, das liebe ich an dir!“

    Diese individuellen Komplimente stärken das Kind

    in der Persönlichkeit und fördern die Bindung zueinander. Jedes Kind will für seine Eltern besonders sein. Auch wie wir unsere Liebe zeigen, kann auf diese individuelle Weise geschehen. Das eine Kind liebt es vor dem Bett gehen gemeinsam zu kuscheln und zu lesen (auch wenn die Kinder z.B. schon längst selber lesen können, lieben manche diese gemeinsame Zeit), das andere Kind braucht vielleicht als Liebesbeweis einen verständnisvollen Umgang mit heftigen Emotionen. Körperkontakt ist meistens jedoch die einfachste und beste Art und Weise,  seine Liebe zu zeigen, vorausgesetzt, dieser wird von den Kindern auch angenommen. Ähnlich ist dies auch mit dem Thema, ob ich jedes Kind gleich behandeln kann. Jedes Kind soll respektvoll, jedoch auf individuelle bzw. bedrüfnissorientere Weise behandelt werden. Das heißt, dass nicht jedes Kind zu jeder Zeit alles genau gleich bekommt, sondern, dass versucht wird, auf die individuellen Bedürfnisse des Kindes einzugehen.

  • Mein Kind will nicht lernen

    Kinder kommen lernbereit und kooperativ auf die Welt. Sie sind von Natur aus neugierig und wollen die Welt entdecken. Dies ist sehr schön zu beobachten, wenn Kinder ihre ersten Schritte tun. Sie versuchen es, fallen wieder um, stehen wieder auf, versuchen es erneut. Dazu brauchen sie meist keine Überredung von außen. Sie machen es aus einer inneren Motivation heraus. Nun stellt sich die Frage, wie es dazu kommen kann, dass Kinder diese Freude am Lernen, im Laufe der Zeit reduzieren oder gar verlieren. Dies kann verschiedenste Gründe haben.

    Manchmal kann es zu viel Druck

    und zu hohe Erwartungen der Bezugsperson sein, durch ein ständiges Vergleichen mit anderen Kindern die Lernlust des Kindes verringert werden. Jedes Kind hat sein eigens Tempo. Glaube ich, dass ein gewisser Lernfortschritt zu einer gewissen Zeit sein muss,  kann sich dies in Stress äußern und somit die Freude am Lernen minimieren. Ein nächster wesentlicher Aspekt ist auch der Medienkonsum des Kindes. Fängt es zu früh und zu lange an, sich „berieseln“ zu lassen, dann kann es passieren, dass das Kind in eine Passivität rutscht und sich die Lust am Lernen dadurch reduziert. Wie kann ich als Bezugsperson die Lust am Lernen unterstützen?  In dem, dass ich das Kind miteinbinde, anstatt zu viel zu bestimmen. Ein Miteinbinden kann in Form von Rücksichtnahme auf die Persönlichkeit des Kindes sein, oder in der Auswahl des Zeitpunktes, ein achten auf die Rahmenbedingungen, usw. Ist mein Kind z.B. ein Träumelein, lohnt es sich dementsprechend darauf einzugehen. D.h vielleicht braucht das Kind nach dem Mittagessen eine Pause und erst dann kann es sich auf die Hausübung konzentrieren. Wie viel Bewegung hat das Kind? Frische Luft kann die Konzentration fördern, auch Körperübungen wie z.B. Klopftechniken können helfen sich besser zu konzentrieren. Es lohnt sich auch das Kind fragen, was es für seine Konzentration braucht und vor allem soll das Lernen als sinnvoll erscheinen.