• Pubertät ist Erntezeit

    Die Pubertät unserer Kinder kann ganz schön fordernd sein. Sie verhalten sich uns gegenüber oft aufmüpfig, unkooperativ und verschlossen. Manchmal wirken sie undankbar und es tauchen schnell Zweifel auf, ob man alles richtig gemacht hat.

    Und dennoch kann die Zeit der Pubertät eine sehr Bereichernde sein.

    In erste Linie, weil wir als Eltern „ernten“ können. Wir können uns darüber freuen, wie sich unser Kind entwickelt hat, welche Persönlichkeit heranreift. Es gibt an jedem Verhalten etwas Positives zu finden. Statt: „Das Kind ist uneinsichtig!“ könnte ich: „Es weiß, was es will und kann sich durchsetzen!“ verstehen und so herausforderndem Verhalten entspannter begegnen. Pubertät ist Erntezeit auch im Sinne von Loslassen gewisser Regeln oder Unterstützungen. Brauchte das Kind bis vor kurzem noch Hilfestellungen und Begleitung von uns, z.B. bei der Fahrt mit dem öffentlichen Verkehr oder beim Lernen, schafft es ab einem gewissen Alter, idealerweise, schon vieles allein. Pubertät ist jene Zeit, sich gelassen zurück zu lehnen und zu versuchen, das Kind ganzheitlich wahrzunehmen. Nicht nur das uneinsichtige Wesen, dass uns Eltern in Frage stellt, sondern auch als jungen Menschen, der seinen eigenen Weg finden wird. Es ist jene Zeit sich in Gelassenheit und Vertrauen zu üben und immer wieder, jeden Tag zu versuchen aufs Neue anzufangen, nicht nachtragend zu sein und unbedingt im Gespräch zu bleiben. Pubertät ist Erntezeit, um stolz auf sein Kind zu sein, auch wenn es sich nicht immer so verhält wie wir es gerne möchten und eigene Wege geht. 

  • Achtsames Erziehen

    Wie wir unsere Kinder erziehen, beeinflusst ihre Entwicklung essenziell. Oft passiert die Erziehung nebenbei, sie funktioniert einfach oder manchmal vielleicht auch nicht.

    Sollte so einer wichtigen Aufgabe, wie die der Kindererziehung, nicht mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden?

    Wie möchte ich meine Kinder erziehen? Welche Werte möchte ich vermitteln?

    Ich lade alle Leser*innen ein sich bewusst Gedanken darüber zu machen. Oft ist ein Austausch mit der Partner*in hilfreich. Eine Möglichkeit ist auch,  in die eigene Kindheit zurückzublicken. Was haben denn die eigenen Eltern gut gemacht? Was möchte ich übernehmen? Was möchte ich nicht wiederholen? Diese Reflexionszeit kann einen wesentlichen Beitrag zur Orientierung in der Erziehung sein. Achtsames Erziehen bedeutet jedoch auch das eigene Erzieherverhalten kritisch und auch konstruktiv zu hinterfragen. Wie setze ich meine Werte um? Wie kindorientiert ist mein Erziehungsstil? Wie verständnisvoll? Dazu fällt mir ein Spruch von dem Familientherapeuten Jesper Juul ein: „Die wahre Qualität einer Erziehung bemisst sich daran, wie die Eltern reagieren, wenn ihre Kinder die vereinbarten Regeln nicht einhalten.“ Es ist nicht immer ausschlaggebend welche Regeln wir aufstellen und ob diese eingehalten werden. Es kommt auf die Reaktionen der Eltern an, wenn ihre Regeln nicht eingehalten werden. Durch dieses Verhalten leben sie Werte vor. (z.B. wie mit Fehlern umgegangen wird.) Diese Vorbildwirkung ist entscheidend für die Wertvermittlung. Achtsame Erziehung bedeutet also ein bewusster Umgang mit den eigenen Reaktionen und Wertevorstellungen sowie regelmäßiger Reflexion darüber.

  • Psychische Gesundheit

    Die psychische Gesundheit der Kinder und Jugendlichen hat in den letzten Jahren leider sehr gelitten. Der Dauerkrisenmodus setzte ihnen zu. Was kann ich als Elternteil dazu beitragen, um die psychische Gesundheit meines Kindes zu fördern? In erster Linie ist die Mutter oder der Vater eine wichtige Bezugsperson. Dieses Beziehungsband, das sich im Laufe des Lebens mit den Kindern geknüpft hat, ist ein essenzieller Faktor für die Resilienz. Die Qualität der Beziehung wird vor allem durch gute Gespräche, gemeinsame Aktivitäten und ein „Aufeinandereingehen“ gestützt. Das aktive Zuhören ist DAS Tool für eine gute Gesprächsbasis. Ein weiterer Punkt für die Förderung der psychischen Gesundheit unserer Kinder ist den Optimismus zu fördern. Eine einfache Übung ist zum Beispiel ein Glückstagebuch zu führen. „Wofür bin ich dankbar?“ „Was läuft gut in meinem Leben?“ kann darin notiert werden.

    Den Fokus bewusst auf das Positive zu lenken,

    kann die psychische Gesundheit unterstützen. Aber auch die Selbstwirksam ist ein weiterer Faktor für die psychische Gesundheit. Wo und wann fühlt sich das Kind selbstwirksam? Das kann im ganz Kleinen beginnen. Indem Selbstbestimmtheit der Kinder im Alltag Raum findet, beispielsweise. Abschließend ist auch die Bildschirmzeit als ein Einflussfaktor für die psychische Gesundheit zu erwähnen. Motivieren sie ihr Kind an der analogen Welt teilzuhaben und Kontakte in der analogen Welt zu pflegen. Dies bedarf bei der Ideenfindung durchaus Unterstützung. Ich empfehle, die Familie zu motivieren, einen bildschirmfreien Tag pro Woche einzulegen. In dieser Zeit wäre Platz Bedürfnisse besser wahrzunehmen.